Kein Durst im Wildblumenbeet

Pflanzen brauchen Wasser. Wieviel, das hängt von ihrer Standortanpassung ab. Die sehr trockenheitsverträglichen Arten, die z.B. auf Felsmatten oder Trockenrasen beheimatet sind, haben ihre Vorkehrungen getroffen, mit Trockenkeit klar zu kommen. Die Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris) macht das auf sehr attraktive Weise durch ihre feine Behaarung, die ihr als Verdunstungsschutz dient. Sie passt daher, kombiniert mit anderen Arten der trockenen und mageren – bei uns kalkreichen – Standorte, wie z.B. Karthäuser-Nelke, Tauben-Skabiose, Lein, Färberkamille, Thymian und Wilder Möhre bestens in ein buntes Kiesbeet.

Freilich hat diese Art von Naturgartenbeet nichts mit den toten Vorgarten-Steinwüsten gemeinsam, die zeitweise große Beliebtheit bei manchen „Gärtnern“ erlangt haben.

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Mit einer Hand voll Kompost können viele trockenheitsverträgliche Wildpflanzen in blanken Kies gepflanzt werden. Ihr weitstreichendes Wurzelsystem erschließt mit der Zeit Wasser und Nährstoffe und sie sind mit ihrer Standortanpassung den Konkurrenten überlegen.

Nach dem Wässern beim Einpflanzen werden die Pflänzchen nicht mehr gegossen. Es kann ja nicht der Sinn der Sache sein, ein trockenes Beet anzulegen, das ständig mit Wasser versorgt werden muss. Gut entwickelte Setzlinge, besser noch direkt im mageren Beet gekeimte Sämlinge, gelangen bald an die Bodenschichten, die sie für ihre Versorgung brauchen. Ist etwas Starthilfe von Nöten, hilft es, an sehr heißen Tagen den Pflänzchen mit Vlies oder einem Weidenkorb Schatten zu spenden. Macht eine Pflanze über längere Zeit – v.a. auch morgens – einen schlappen Eindruck, passt der Standort nicht optimal. Dann sollte die Pflanze – statt sie immer wieder zu gießen – entweder mit mehr Humus versorgt werden (noch eine Hand voll Kompost rundum eingrubbern, und eine Schicht Kiesmulch aufbringen, um die Verdunstung zu reduzieren), oder an einen geeigneteren, z.B. halbschattigen Standort verpflanzt werden.