Küchenschelle – aktueller Blickfang im kiesigen Wildblumenbeet

Im sonnigen Kiesbeet und im Steingarten sollte sie nicht fehlen – die Gewöhnliche Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris), auch Kuhschelle genannt. Schon im zeitigen Frühjahr, gleich nach Winterling, Krokus und Schneeglöckchen und noch vor anderen Frühjahrsblumen wie Wildtulpe oder Traubenhyazinthe erscheinen die ersten ihrer violetten Blütenglocken. Bis in den Mai blüht die Küchenschelle und wird von zahlreichen Bienen besucht, die in ihren gelb leuchtenden Staubblättern zu tauchen scheinen.

Pulsatilla vulgaris Ende März im Kiesbeet

Auch nach der Blüte bleibt die Küchenschelle mit ihren feingefiederten, flaumig behaarten Blättern, die sie vor zu starker Verdunstung schützen und ihren in der Sommersonne glitzernden kugeligen Samenständen ein attraktiver Blickfang im Wildblumenbeet.
Die gut gartentaugliche Wildart der Küchenschelle, Pulsatilla vulgaris (ssp. vulgaris), ist in Wildstaudengärtnereien verfügbar und breitet sich am passenden Standort mit der Zeit durch ihre Samen aus. Über weitere Entfernungen nutzt die Küchenschelle die Verbreitung durch Epizoochorie. Dabei bleiben ihre flaumigen Samen an Tieren haften und werden durch diese weitergetragen.

In der Natur kommt die Gewöhnliche Küchenschelle auf Magerrasen, ungedüngten Wiesen und in trockenen Kiefernwäldern vor. Sie ist in ihrem natürlichen Vorkommen gefährdet und nach Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt (Rote Liste Bayern). In Schutzgebieten wie der Garchinger Heide und auf Magerrasen z.B. in den Alpen bilden die Blüten der Küchenschellen nach der Schneeschmelze zusammen mit der Schnee-Heide (Erica carnea) einen wunderschönen Frühlingsaspekt.
Die Gewöhnliche Küchenschelle blüht zusammen mit dem Busch-Windröschen (Anemone nemorosa), dessen Blüte in der Phänologie den Beginn des Erstfrühlings anzeigt. Im Wildblumenbeet lassen sich die beiden Geschwister (die Gewöhnliche Küchenschelle wurde ursprünglich der Gattung Anemone zugeordnet, von Carl von Linné Anemone pulsatilla genannt und erst später in eine eigene Gattung Pulsatilla unbenannt) leider nur bedingt kombinieren, da das Busch-Windröschen halbschattige Lagen bevorzugt.

Botanisch gehören die Küchenschellen, von denen bei uns neun Arten inkl. Unterarten heimisch sind (Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands) zu den Hahnenfußgewächsen und sind wie viele ihrer Verwandten giftig. Doch zum Essen ist die Küchenschelle ohnehin zu schade. Dafür dienen z.B. die Blüten von Färberkamille, Lein und Berglauch, die zusammen mit Wiesen-Salbei, Heide- und Karthauser-Nelke, Rundblättriger Glockenblume, Berg-Minze und vielen anderen Wildblumen im bunten, naturnahen Kiesbeet schön mit der Küchenschelle kombiniert werden können.