Insektenliebling Natternkopf

Endlich blüht er wieder, der Gewöhnliche Natternkopf, botanisch Echium vulgare. Die zweijährige Pflanze gedeiht auf trockenen, steinigen Flächen und lässt sich im Magerpflanzenbeet gut mit anderen Insektenmagneten wie Karthäuser-Nelke, Färberkamille, Sonnenröschen oder Kugel-Lauch kombinieren. Und er ist ein Beispiel dafür, wie etwas, das dem Namen nach „gewöhnlich“ ist, so faszinierend und wertvoll sein kann. Im Sekundentakt landen Hummeln, Wildbienen und Schmetterlinge und baden in den Blüten.

Natternkopf im sonnigen Kiesbeet mit Kleinem Mädesüß – ein GartenTraum

Gibt es jemanden, der ihn noch nicht im Garten hat? Das lässt sich ändern! Der Natternkopf ist dank des wachsenden Bewusstseins für den Erhalt der Artenvielfalt inzwischen auf naturnah gestalteten Flächen im öffentlichen Raum und natürlich in Naturgärten vertreten. Gerade auf den sogenannten „Eh-Da-Flächen“, entlang von Wegen, zwischen Parkbuchten, auf Verkehrsinseln kann er sich zusammen mit anderen Pionierpflanzen der sonnigen, mageren „Unkrautfluren“ ansiedeln. Seine natürlichen Vorkommen findet man an Bahndämmen, Straßenrändern, Steinbrüchen und Kiesgruben, wo der Natternkopf mit Wilder Möhre, Steinklee, Luzerne, Leinkraut, Johanniskraut, Nachtkerze und Resede und anderen sonnenhungrigen Wildpflanzen vergesellschaftet ist. Wie die meisten zweijährigen Pflanzen lässt er sich recht leicht durch Aussaat vermehren.

Also halte die Augen offen und bereite mit einer kleinen Portion selbst gesammelter Natternkopfsamen deine eigenen umschwirrten Blühinseln!

Damit er keimen kann, braucht der Natternkopf offene, mäßig nährstoffreiche, sonnige Flächen, ohne konkurrierenden Bewuchs. Dort bildet er im ersten Jahr seine Blattrosette aus lanzettlichen, stachelig behaarten Blättern und seine bis zu 250 cm (*) lange Pfahlwurzel aus, mit der er auch auf kargsten Standorten an Wasser und Nährstoffe gelangt. Ihn zu verpflanzen, wenn er mal an völlig ungeeigneter Stelle im Garten auftaucht, gelingt in der Regel nicht, da seine Wurzeln schon im kleinen Wuchsstadium kaum ohne Verletzungen aus dem Boden zu kriegen sind.

Natternkopf im losen Straßenbelag

Erst im zweiten Jahr erwachsen aus der Blattrosette die bis zu einem Meter hoch werdenden Blütenkerzen mit ihren zahlreichen, eng rund um den Stengel angeordneten zuerst rosafarbenen dann blauen Einzelblüten.

Der Natternkopf ist ein Borretschgewächs (Boraginaceae) und daher nicht nur mit dem Namensgeber dieser Pflanzenfamilie verwandt, sondern auch mit weiteren hübschen Pflanzen, wie dem Lungenkraut, der Ochsenzunge, dem Vergissmeinnicht und dem Beinwell.

Setze dich vor eine blühende Natternkopfpflanze und du kannst beobachten, welche Vielfalt verschiedener Wildbienenarten, Hummel und Falter in deinem Garten auf Futtersuche gehen.

(*) Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Prof. Dr. Dr. h. c. Erich Oberdorfer