Insektenmagnet Oregano

Zugegeben, unspektakulärer geht es – zumindest auf den ersten Blick – kaum. Der gewöhnliche Dost, oder Oregano, botanisch Origanum vulgare, ist fast ein Allerweltskraut. Doch er darf wirklich in keinem Garten fehlen. Denn auf kaum einer Pflanze finden sich jetzt im Sommer so viele Insekten ein, wie auf dem Oregano. Und so braucht man sich bei schönem Wetter nur gemütlich daneben setzen und sich am Summen und Schwirren erfreuen.

Wenn der Oregano einmal im Garten ist, taucht er an allen für ihn lebenswerten Stellen von alleine auf. Manchmal macht er sich auch mehr breit, als einem lieb ist. Doch er verträgt einen starken Rückschnitt und kann danach noch in der Küche landen.

Er liebt vor allem sonnige, warme Säume, in denen er auch in der Natur beheimatet ist. Dort vergesellschaftet er sich z.B. mit dem Blut-Storchschnabel (Geranium sanguineum), Salomonsiegel (Polygonatum odoratum), Diptam (Dictamnus albus), Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium) und Ästiger Graslilie (Anthericum ramosum). Und freilich bietet es sich an, diese schöne Wildpflanzen-Kombination auch im Garten auf sonnigen Saumstreifen entlang von Wegen, Mauern oder Hecken anzulegen.

Darüber hinaus kommt der Oregano an sonnigen Gebüsch- und Waldrändern, in lichten Eichen- und Kiefernwäldern, an Wegen und Böschungen und in Kalkmagerrasen vor. Er breitet sich deshalb auch gerne in mageren Blumenwiesen aus, was das Mähen zu einem Dufterlebnis macht.

Als wertvolles Würz- und Heilkraut (er ist nicht nur das typische Pizzagewürz sondern kann u.a. auch in Würzkräutermischungen und Erkältungstees verwendet werden) gehört der Oregano in jedes Duft- und Küchenkräuterbeet. Damit er hier nicht überhand nimmt, kann dafür bei wenig Platz die zahmere Sorte Origanum vulgare ´Compactum´ verwendet werden.

Noch im Juli hat er in der Gunst der Insekten starke Konkurrenz durch den Kugellauch, Allium sphaerocephalon. Von dessen purpurfarbenen Blütenkugeln (wie der Name schon sagt) scheinen sich die Hummeln, Bienen, Falter, Schwebfliegen und Wespen förmlich gegenseitig runter zu schubsen.
Noch etwas früher im Jahr ist der Natternkopf, Echium vulgare aller Insekten Liebling.

Auf dem Oregano lassen sich verschiedene Hummelarten und andere Wildbienen beobachten. Das besonders hübsch gefärbte Wiesenhummel-Männchen habe ich auf dem Oregano zum ersten Mal im Garten gesehen.
Ebenso auf dem Oregano zu finden sind verschiedene Schwebfliegen, wie die Große Sumpfschwebfliege. Sie ist aufgrund ihres großen Radius beim Blütenbesuch ein wichtiger Bestäuber für viele Pflanzenarten.
Und auch verschiedene Falter, wie der leider nur selten zu sehende Kleine bzw. Silbrige Perlmuttfalter holt sich Nektar am Oregano. Seine Raupenpflanze ist allerdings nicht der Oregano, sondern das Veilchen. Aber das gibt es ja im Naturgarten auch.

Wenn das keine Gründe sind, dem Oregano im Garten ganz viel Raum zu geben?